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Joomla vs. WordPress 2025: ein ehrlicher Vergleich

WordPress dominiert den Markt, aber Joomla hat seine Stärken. Wann ist welches CMS die bessere Wahl? Ein ehrlicher Vergleich ohne Marketing-Floskeln.

WordPress hält über 43% Marktanteil aller Webseiten weltweit. Joomla liegt bei rund 2%. Klingt nach einer klaren Sache — aber Marktanteile sind nicht alles. Für bestimmte Projekte ist Joomla die bessere Wahl, und es gibt gute Gründe, warum manche Unternehmen und Agenturen bewusst bei Joomla bleiben.

Der schnelle Überblick

KriteriumWordPressJoomla
Marktanteil~43%~2%
LernkurveFlachSteiler
Plugin-ÖkosystemRiesig (60.000+)Mittel (8.000+)
Benutzer-/RechteverwaltungEinfachSehr mächtig
MehrsprachigkeitPer PluginNativ eingebaut
Sicherheit (historisch)SchwächerBesser
Community & RessourcenRiesigKleiner
Hosting-AnforderungenStandardStandard
Performance (vanilla)ÄhnlichÄhnlich

WordPress: Stärken und Schwächen

Stärken

Ökosystem und Community: Das WordPress-Ökosystem ist unübertroffen. Für praktisch jede Anforderung gibt es ein Plugin oder Theme. Die Community ist riesig — Support-Foren, YouTube-Tutorials, Entwickler — alles im Überfluss.

Einsteigerfreundlichkeit: Der Gutenberg-Editor ist intuitiv. Ein Kunde ohne technisches Vorwissen kann nach kurzer Einweisung eigenständig Seiten und Beiträge pflegen.

Page Builder: Tools wie Elementor, Divi oder Bricks machen visuelles Web-Design ohne Code möglich. Das senkt die Projektkosten — oder erhöht die Selbstständigkeit des Kunden.

SEO: Plugins wie Yoast SEO oder Rank Math machen SEO-Optimierung zugänglich, auch ohne tiefe technische Kenntnisse.

Schwächen

Sicherheit: WordPress ist das meistangegriffene CMS der Welt — schlicht weil es das verbreitetste ist. Schlecht gewartete WordPress-Sites (alte Plugins, kein Update-Management) werden täglich automatisiert angegriffen. Wer WordPress betreibt, muss aktiv warten.

Performance: Vanilla WordPress ist langsam. Ohne Caching, CDN und Optimierung sind Core Web Vitals oft schlecht. Mit Rocket.wp, WP Super Cache und einem guten Hosting ist das lösbar — aber es ist Arbeit.

Plugin-Abhängigkeit: Viele WordPress-Seiten werden durch die Summe ihrer Plugins komplex und fehleranfällig. Plugin-Konflikte, veraltete Abhängigkeiten und verlassene Plugins sind ein reales Problem.

Update-Fatigue: Updates für WordPress Core, Themes und Plugins erscheinen ständig. Wer nicht regelmäßig aktualisiert, sitzt auf einer Zeitbombe.

Joomla: Stärken und Schwächen

Stärken

Benutzerverwaltung: Joomlas ACL-System (Access Control List) ist deutlich mächtiger als WordPress. Komplexe Berechtigungsstrukturen — wer was sehen und bearbeiten darf — lassen sich granular konfigurieren. Ideal für:

  • Mitglieder-Portale
  • Intranets
  • Community-Plattformen
  • Multi-Redakteur-Umgebungen mit verschiedenen Zugriffsebenen

Mehrsprachigkeit: Joomla unterstützt mehrere Sprachen nativ, ohne Plugins. Für mehrsprachige Webseiten ist das ein enormer Vorteil — kein WPML, kein Polylang, keine Plugin-Abhängigkeit.

Stabilität und Sicherheit: Joomla hat historisch weniger kritische Sicherheitslücken als WordPress. Das liegt auch daran, dass das Ökosystem kleiner und damit die Angriffsfläche durch Third-Party-Plugins geringer ist.

Strukturierte Inhalte: Joomla’s Konzept von Artikeln, Kategorien und benutzerdefinierten Feldern ist flexibler als der WordPress-Post-Ansatz — besonders für komplexe Informationsarchitekturen.

Schwächen

Kleineres Ökosystem: Mit ~8.000 Extensions vs. 60.000 WordPress-Plugins ist die Auswahl kleiner. Für Nischenanforderungen kann es sein, dass einfach kein passendes Tool existiert.

Lernkurve: Joomla ist komplexer. Begriffe wie “Module”, “Menüs”, “Komponenten” und “Plugins” (die in Joomla etwas anderes bedeuten als in WordPress) verwirren Einsteiger. Für Kunden ohne technisches Hintergrundwissen ist die Pflege schwieriger.

Community und Ressourcen: Weniger Tutorials, weniger Entwickler, kleineres Support-Netzwerk. Das wird bei komplexen Problemen spürbar.

Marktfragmentierung: Joomla 4 und 5 haben erhebliche Verbesserungen gebracht — aber die Migration von Joomla 3 (noch weit verbreitet) ist aufwändig.

Wann welches CMS wählen?

WordPress ist richtig für:

  • Blog und Content-Marketing-fokussierte Seiten
  • Kleine bis mittlere Unternehmenswebseiten
  • E-Commerce mit WooCommerce
  • Kunden, die ihre Seite selbst pflegen wollen
  • Projekte mit begrenztem Budget und schneller Umsetzung
  • SEO-intensive Projekte

Joomla ist richtig für:

  • Portale mit komplexer Benutzerverwaltung
  • Mitglieder-Communitys und Verbände
  • Mehrsprachige Webseiten (besonders ohne zentrales Übersetzungsbudget)
  • Intranets und passwortgeschützte Bereiche
  • Kunden, die bereits Joomla kennen und nicht wechseln wollen
  • Komplexe Informationsarchitekturen mit vielen Inhaltstypen

Unser Fazit

Für 95% der typischen KMU-Webseiten empfehlen wir WordPress — das Ökosystem, die Entwickler-Verfügbarkeit und die Pflegbarkeit durch Kunden sind schlicht besser.

Für spezifische Szenarien — besonders Portale mit Benutzerverwaltung und mehrsprachige Projekte — kann Joomla die bessere Wahl sein.

Die beste Entscheidung ist die, die zu Ihren konkreten Anforderungen passt — nicht die, die gerade trendet. Wenn Sie unsicher sind, welches CMS für Ihr Projekt passt, sprechen Sie uns an — wir beraten Sie kostenfrei und herstellerneutral.